Naturkosmetik zertifizieren

Zu Recht kritisieren Verbraucher die zunehmende Labelflut. Insbesondere bei Naturkosmetik geben es viele Kunden auf, die Label und für was sie stehen, zu verstehen. Auch Hersteller stehen im Angesicht des Labeldschungels vor Herausforderungen.

Die Problematik liegt in der fehlenden einheitlichen „amtlichen“ Definition von Naturkosmetik in der EG. Hersteller haben sich zusammen getan, unterschiedliche Verbände gegründet und ähnliche Verständnisse bzw. Definitionen von Naturkosmetik formuliert. Da die EG-Kosmetik-Verordnung keine konkreten Angaben über Naturkosmetik macht, bleibt es dem freien Markt überlassen, wie er mit der Thematik umgeht. Das Definitions-Vakuum von Naturkosmetik hat zu der Gründung zahlreicher Verbände geführt, die ihre eigenen Definitionen von Natur- und Biokosmetik in einen Standard verarbeitet haben. Alle bekannten Naturkosmetik-Label – mit Ausnahme des NCS – stehen mit einem Verband in Verbindung. Da der Naturkosmetik-Markt sich schon zu sehr differenziert und etabliert hat, halten Experten es für „zu spät“ eine amtliche Definition  einzuführen. Es wird also weiterhin die vielen zahlreichen Label geben, wenn nicht sogar noch mehr.

Wofür stehen die ganzen Label?


Label oder Logos sollen durch ein Bild Eigenschaften, Qualitäten oder Herkunftsangaben verdeutlichen. Sie dienen dazu, dem Verbraucher schnell und einfach am Ort der Kaufentscheidung mehr Information über das Produkt zu vermitteln, als durch die reine Produktbezeichnung möglich ist.

Es wird zwischen zertifizierten Label und firmeninternen Label unterschieden.

Hinter zertifizierten Labeln steht ein Standard mit Anforderungen an das Produkt oder das Unternehmen, welches das Produkt hergestellt hat. Die Anforderungen werden durch den Standardgeber vorgegeben und deren Einhaltung durch eine dritte Stelle – einer Zertifizierungs- oder Kontrollstelle – geprüft. Solche Anforderungen können sich beispielsweise auf die Qualität der Inhaltsstoffe beziehen oder Aussagen über die Herkunft der Inhaltsstoffe geben. Die bekannten Label einer Zertifizierung von Naturkosmetik werden in der Broschüre „Raus aus dem Labeldschungel erläutert.

Firmeninterne Label machen Aussagen über firmenindividuelle Eigenschaften, die das Produkt trägt. Hier stehen in der Regel eine eigens erstellte Sammlung von Anforderungen und eine interne Prüfung hinter.

 

Was ist eine Zertifizierung?



Durch eine Zertifizierung kann ein Unternehmen nachweisen, dass es bestimmte Anforderungen einhält. Meistens erwirbt es mit dem Zertifikat auch die Berechtigung ein Label zu nutzen und damit seine Produkte zu kennzeichnen. Die Organisation, die die Anforderungen zum Erwerben eines Zertifikats und Label aufstellt, wird auch Standardgeber bezeichnet. Dies können Verbände oder Unternehmen sein.

Alle Anforderungen sind in dem jeweiligen Standard zu finden. Eine Zertifizierungsstelle prüft, ob im Unternehmen die Anforderungen des Standards eingehalten werden. Bei positivem Ergebnis erhält das Unternehmen sein Zertifikat.

Geltungsbereiche von Standards und damit auch des Zertifikats können variieren. Es gibt reine Produktzertifizierungen, bei denen lediglich das Produkt Anforderungen erfüllen muss – wie es bei der Natur- und Biokosmetik der Fall ist – oder Unternehmenszertifizierungen, bei denen das ganze Unternehmen die Kriterien eines Standards einhalten muss (z.B. ISO-Zertifizierungen oder nachhaltige Unternehmensführung CSE).

Je nach Thematik des Standards unterscheidet sich auch der Geltungsbereich einer Zertifizierung. Im Falle der Natur- und Biokosmetik-Zertifizierung beispielsweise beziehen sich die Anforderung auf Qualitäten von Inhaltsstoffen und ihrer Zusammensetzung im Endprodukt. Bei veganer Kosmetik geht es um den Ausgangsstoff, d.h. den Ursprung der Rohstoffe.  Mit der CSE Certified Sustainable Economics Zertifizierung weist ein Unternehmen sein nachhaltiges Wirtschaften nach. Wenn Standardgeber und Zertifizierungsstelle getrennte Organisationen sind, ist das Höchstmaß an Objektivität und damit Glaubwürdigkeit erreicht.

Woran erkenne ich, welches Label für unser Unternehmen und unsere Produkte das passende ist?


In diese Frage spielen mehrere Faktoren ein. Ausgehend von einer Standort-Analyse und einer daraus erstellten Marktfeld- oder Marktstimulierungsstrategie sollte überlegt werden, ob das Unternehmen sich in einer Verbandsarbeit der bestehenden Verbände wiederfindet oder nicht.  Entscheidet sich das Unternehmen für einen Verband ohne Label, geht es um die Auswahl des geeigneten Standards unter Berücksichtigung weiterer Produkt- und Unternehmensentwicklung.

Gerne erstellen wir für Sie ein individuelles Angebot.


Wie beginne ich mit einer Naturkosmetik-Zertifizierung?



Nach der Entscheidung welche Zertifizierung für das eigene Unternehmen und seine Produkte die Beste ist, wird Kontakt zum Standardgeber und zu einer Zertifizierungsstelle aufgenommen. In der Regel geben die Standardgeber Zertifizierungsstellen an, mit denen sie zusammen arbeiten. Das weitere Vorgehen wird mit dem Standardgeber abgesprochen.

Wie kann ich zusätzliche Leistungen unseres Unternehmens oder der Produkte sichtbar machen?



Je nach Grad der Zusatzleistungen gibt es auch hier Label und Zertifizierungen. In der Broschüre „Raus aus dem Labeldschungel“ sind Zusatzkennzeichnungen und für was sie stehen aufgelistet. Die Vorgehensweise ist hier ähnlich wie bei der Wahl der Naturkosmetik-Zertifizierung. Die Kennzeichnung sollte zum Unternehmen, seinen Produkten und seinen Entwicklungspotentialen passen.
Gerne erstellen wir Ihnen ein individuelles Angebot. Anfragen können Sie über das Kontaktformular stellen oder über lilienfeld@naturkosmetik-zertifizieren.de, 05652/587809